Kinder nicht zu Kopien machen sondern individuell wahrnehmen

Mit den steigenden Temperaturen steigt oft auch die Unruhe in den Klassenzimmern. Bald stehen auch für die Schülerinnen und Schüler der Zinzendorfschulen in Königsfeld die großen Sommerferien an und viele träumen schon von den Tagen angefüllt mit Freizeit. Manch einer sieht diesen Tagen aber auch zweifelnd entgegen und würde die Zeit lieber im Internat der Schule verbringen. Es sind wenige Einzelfälle und doch wird es sehr ernst genommen, wenn Schülerinnen und Schüler in Königsfeld der Hilfe bedürfen. Zum Beispiel weil die Eltern krank sind oder zu Hause Probleme herrschen. Eine Schulpsychologin ist darum für die Kinder und Jugendlichen da, sie hört zu und versucht gemeinsam mit Ihnen Lösungen für ihre Probleme zu finden. Eine große Hilfe für viele Schüler, die das Angebot gerne annehmen.
Da gibt es zum Beispiel eine Schülerin aus einem eher bildungsfernen Elternhaus, die nun das Gymnasium der Zinzendorfschulen besucht. Den Eltern ist es aufgrund finanzieller und psychischer Probleme nicht möglich, dem Kind weiter den Besuch in Königsfeld zu finanzieren. Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung versuchen nun einen Weg zu finden, wie das Mädchen dennoch in Königsfeld in einem geschützten Umfeld das ihre Stärken fördert  sein Abitur machen kann und so eine Perspektive für die Zukunft hat. „Die Zinzendorfschulen sind eine Art Ersatzfamilie, die vielen Schülerinnen und Schülern den Halt geben, der ihnen im Leben fehlt“. Erzählt der Verwaltungsleiter Tobias Banholzer.

Viele Wege führen an den Zinzendrofschulen in Königsfeld ans Ziel und es muss nicht immer das Abitur sein. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit die Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin zu absolvieren oder an der Berufsfachschule für Wirtschaft seine mittlere Reife zu machen. Die Schule, die mehrere Ausbildungszweige und Internate beherbergt ist mit ihrer über 200 jährigen Tradition einzigartig. Das Besondere ist, jede Schülerin und jeder Schüler wird möglichst individuell auf seinem Weg begleitet. Den Leitsatz dazu stiftete Nikolaus Graf von Zinzendorf  „Man soll die Kinder nicht zu Kopien machen, sondern dem Lauf der Natur nachgehen und ihn heiligen“.  Das christliche Menschenbild und der Auftrag, dem einzelnen zu helfen, seine Bestimmung sowohl als Individuum als auch als eigenverantwortliches Mitglied der Gesellschaft zu finden und zu verwirklichen, bilden die Basis des pädagogischen Denkens und Handelns. Damit die Zinzendorf Schulen ihr Konzept und die intensive und individuelle Betreuung von Schülerinnen und Schülern fortführen können sind sie auf finanzielle Hilfen von außen angewiesen. Deshalb bitten wir herzlich darum, dass Sie diese wertvolle Arbeit mit einer Spende unterstützen. 

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Weil Kinder Mut für morgen brauchen

Schlechte Noten, Schulwechsel, eine zerrüttete Familie, Kontakte zum Jugendamt – dies sind einige Gründe,  warum Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten können. Es sei denn, sie finden rechtzeitig Unterstützung, Struktur, einen Halt. Und ein Umfeld, das an sie glaubt. Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die genau deshalb die Zinzendorfschulen in Königsfeld besuchen.

Mit 1.038 Schülerinnen und Schülern in zehn Schulzweigen, Internaten für Jungen und Mädchen und einem Tagesinternat sind die Zinzendorfschulen einzigartig. Es gibt im deutschsprachigen Raum keine Schule in kirchlicher Trägerschaft mit einer solchen Vielfalt an Schulzweigen, die ineinander wirken und miteinander arbeiten. Die wesentlichen Grundsätze unseres Gründers Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf – Respekt, Wertschätzung und Akzeptanz im Miteinander – gelten bis heute unverändert.

Gerade die nicht einfachen Schülerinnen und Schüler benötigen besondere Zuwendung. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Autismus und Hyperaktivität nimmt zu. Aber auch diese Kinder würden gerne leistungsstark sein und den an sie gestellten Erwartungen entsprechen. Doch sie können es oft nicht. Ihnen möchten die Zinzendorfschulen die Chance geben, sich zu integrieren. Dafür muss das Angebot im Bereich der Seelsorge und psychologischen Beratung erweitert werden.

Im Januar haben wir bei unserem Besuch vor Ort die Möglichkeit, einige Schülerinnen und Schüler persönlich kennenzulernen. Es sind gerade die InternatsschülerInnen, die die Struktur loben, welche ihnen so oft zu Hause oder an anderen Schulen gefehlt hat. „An staatlichen Schulen haben die Lehrer wenig Zeit“, erzählt uns eine Schülerin. „Man ist nur einer von vielen, der unterrichtet und durch die Prüfungen geschleust werden soll. Hat man schlechte Noten, wird man gleich in die Schublade „Problemkind“ gesteckt – und hat wenig Chance, da wieder raus zu kommen“, berichtet uns ein anderer Schüler.

Der „spirit“ der Zinzendorfschulen – die Anrede mit Schwester und Bruder, die Wertschätzung jedes Einzelnen, der Umgang Miteinander – ein angenehmes Gefühl für alle. Wer anerkannt wird, als einzigartiges Individuum mit all seinen Stärken und Schwächen, der kann seine Stärken entfalten, der glaubt an sich. Die Noten verbessern sich.

Die Auswahl verschiedener Schularten trägt einen weiteren Teil dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler der Zinzendorfschulen gerne die Schule besuchen und so optimal auf ihre private und berufliche Zukunft vorbereitet werden.