Sterntaler für den Sternberg in Palästina

„Die Zukunft“, weiß Sternberg-Geschäftsführer Farah Odeh, „gehört der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energie. Deshalb sind wir mit der Planung einer eigenen Solaranlage für unsere Herrnhuter Einrichtung für Kinder und junge Erwachsene auf dem richtigen Weg.“

Sonnenenergie – der richtige Weg in die Zukunft

Der Sternberg, ein Herrnhuter Zentrum für Kinder und junge Erwachsene mit Behinderungen bei Ramallah in Palästina, verbraucht derzeit etwa 74.000 Kilowattstunden Strom in einem Jahr. „Durch eine geplante eigene 45 Kilowattpeak-Photovoltaikanlage könnten wir unseren Strom selber produzieren und so 13.000,– Euro jährlich sparen“, erzählt Farah Odeh, Geschäftsführer des Sternbergs. „Aber wir schaffen dieses Großprojekt niemals ohne Eure Hilfe – bitte schenkt uns viele Sterntaler!“ Mit Mitteln aus der Herrnhuter Missionshilfe möchten wir einen Beitrag zur Realisierung des Vorhabens leisten und so dem Sternberg Unabhängigkeit vom unsicheren öffentlichen Stromnetz ermöglichen.

Doch bis auf dem Sternberg aus Sonnenenergie Strom werden kann, ist der Weg noch weit. Zwar gibt es die Sonne in Palästina reichlich und kostenlos, aber bei einer ersten Bestandsaufnahme mussten Farah Odeh und seine Mitarbeiter feststellen, dass alle Stromleitungen des Sternberg veraltet sind. „Eigentlich müssen zunächst unsere ganzen Häuser samt den Dächern isoliert werden, ein Erdkabel zur Trafostation des Netzbetreibers ist zu verlegen, und wir benötigen unbedingt ein neues Notstromaggregat,“ berichtet der Geschäftsführer. „Da unsere Häuser in die Jahre gekommen sind, ist mehr zu tun, als wir zunächst gedacht haben. Aber von unserem Ziel lassen wir uns nicht abbringen: Solarstrom für den Sternberg!“ Und erste Fortschritte sind schon heute sichtbar: Im Moment werden neue Leitungen verlegt, Wassertanks auf einem Dach werden umgesetzt, und dieses Dach wird isoliert. Danach können bereits die ersten Paneelen aufgesetzt werden. Da Solarstrom derzeit in Palästina und Israel noch kaum produziert wird, hat das Projekt gleichsam eine Leuchtturmfunktion für die gesamte Region. Um den Sternberg-Verantwortlichen den Weiterbau zu ermöglichen, wurde die Aktion „Sterntaler für den Sternberg“ ins Leben gerufen. Im Märchen gibt das Mädchen alles, was es hat, an andere Menschen weiter und wird reichlich dafür belohnt. Jetzt in der Adventsund Weihnachtszeit möchten wir mit Ihrer Hilfe Sterntaler und somit Freude an den Sternberg verschenken. Zwar werden für das Großprojekt viele Sterntaler benötigt, aber zusammen mit starken Partnern ist es machbar.

Einen wichtigen Baustein lieferte das Zweite Deutsche Fernsehen mit der Übertragung eines Gottesdienstes aus Herrnhut am 4. Dezember 2016, bei dem Kollekte und Spenden die ersten Sterntaler für den Sternberg waren.

Bitte unterstützen auch Sie das zukunftsweisende Vorhaben auf dem Sternberg!

Die Botschaft des Sterns steht im Zentrum des Fernsehgottesdienstes, der am 4. Dezember 2016 vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) direkt aus dem Herrnhuter Kirchensaal übertragen wird. Verbunden damit ist der Wochenspruch aus Lukas 21,28: „Seht auf und
erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Im Herrnhuter Kirchensaal hängt ein Stern mit 110 Zacken. „Als Gemeinde“, erklärt Pfarrerin Jill Vogt aus Herrnhut, „versammeln wir uns unter diesem Stern. Er leuchtet über uns und läßt uns erkennen, wie Gottes Licht mitten in der
Dunkelheit scheint. Dies wollen wir weitergeben.“ Die Botschaft des Sterns lässt sich in vier Worten zusammenfassen: Hoffnung empfangen – Hoffnung weitergeben. „Wir alle brauchen Hoffnung für unseren Weg“, sagt Peter Vogt, ebenfalls Pfarrer in Herrnhut, „und der Stern als Hoffnungszeichen weitet unseren Blick, so dass wir über uns selbst hinaussehen und erkennen, wo andere unsere Hilfe brauchen.“ Daher wird beim Fernsehgottesdienst – passend zum Herrnhuter Stern – um Spenden für das Herrnhuter Projekt „Sternberg“ gebeten, einem Zentrum für Kinder und junge Erwachsene mit Behinderungen bei Ramallah in Palästina. Unter dem Motto
„Sterntaler für den Sternberg“ wird der Ausbau der Solaranlage
unterstützt. Die Herrnhuter Losungen und Herrnhuter Sterne sind die Stichwortgeber für das ZDF gewesen, diesen Gottesdienst in Herrnhut zu feiern. Lassen Sie sich einladen, beim Fernsehgottesdienst am 2. Advent mit dabei zu sein. Er beginnt am 4. Dezember 2016 um 9.30 Uhr im ZDF. Wir freuen uns darauf, Sie in der großen Fernsehgemeinde zu begrüßen und
mit Ihnen die Botschaft des Sterns zu teilen!

Sterntaler für den Sternberg

Wenn in Herrnhut längst der Winter eingebrochen ist, scheint 4.000 Kilometer weiter südlich immer noch die Sonne. Die Sonne in Ramallah wärmt und wird dort demnächst eine weitere Funktion übernehmen: Sie soll Strom für den Sternberg liefern. Doch von der Idee bis zur Umsetzung ist es ein steiniger Weg. „Bei einer Bestandsaufnahme“, berichtet Farah Odeh, Geschäftsführer der Einrichtung, „haben wir festgestellt, dass alle unsere Stromleitungen veraltet sind, dass die Dächer isoliert werden müssen, dass ein Erdkabel zur Trafostation des Netzbetreibers verlegt werden muss und dass wir ein neues Notstromaggregat benötigen. Und eigentlich sollten wir unsere ganzen Häuser besser isolieren.“ Als erstes werden gerade neue Leitungen verlegt, die Wassertanks auf einem Dach umgesetzt und das Dach isoliert. Erst danach können die ersten Paneelen aufgesetzt werden. Der Geschäftsführer erklärt: „Unsere Gebäude sind in die Jahre gekommen, deshalb ist mehr zu tun, als wir zunächst gedacht haben. Doch unser Ziel bleibt: Solarstrom für den Sternberg!
Denn so können wir fast unabhängig vom unsicheren öffentlichen Stromnetz werden. Auf Dauer wird dies für uns billiger sein, und wir können durch die Erlöse weitere Energiesparmaßnahmen
realisieren.“ Das Mädchen im Märchen „Die Sterntaler“ hat sich für andere Menschen eingesetzt und großzügig ihre ganze Habe verteilt. Dafür wurde sie auf ungeahnte Weise belohnt.

Lassen Sie uns jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit großzügig Sterntaler
für den Sternberg sammeln!

Sonnenenergie für den Sternberg

„Wir haben viel Sonne“, berichtet Farah Odeh.“ Wir brauchen viel Strom, und wir freuen uns auf eine leistungsstarke Solaranlage.“ Farah Odeh ist Geschäftsführer des Sternbergs, einem Herrnhuter Zentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen bei Ramallah in Palästina. „Bisher haben wir allenfalls davon geträumt, unseren eigenen Strom zu produzieren. Jetzt rückt dieser Traum in greifbare Nähe.“ Möglich wird das Projekt durch die Ökumenische Energiegenossenschaft (ÖEG) in Bad Boll. „Wir haben eine globale Verantwortung“, erklärt Jobst Kraus, Geschäftsführer der ÖEG, „wenn wir die Energiewende schaffen wollen. Dazu gehört auch unser Engagement über den eigenen Kirchturm hinaus. Mit dem Sternberg unterstützen wir ein Zentrum, das benachteiligte Menschen fördert, betreut und pflegt in einer politisch schwierigen und instabilen Region der Welt mit viel Sonne. Das ist für uns eine besondere Herausforderung.“

Herausgefordert ist auch der Geschäftsführer vom Sternberg. Er muss als erstes dafür sorgen, dass die Elektrik erneuert und das Dach isoliert wird. Er weiß, dass er für diese Investitionen dringend Spenden benötigt. Doch er ist überzeugt, dass das Projekt der richtige Weg in die Zukunft ist. „Wenn wir unseren eigenen Strom haben“, sagt er, „sind wir weniger abhängig vom unsicheren öffentlichen Stromnetz. Das reduziert die Stromkosten beträchtlich und wir bekommen dadurch neue Freiräume für unsere eigentliche Arbeit mit unseren Kindern und jungen Erwachsenen.“ Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr geplant sobald die Vorarbeiten, die rund 18.000 Euro kosten, abgeschlossen sind.

Ausbau des Kindergartens auf dem Sternberg – mehr Platz wird benötigt

Hier spielen und lernen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen
Hier spielen und lernen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen

Der Kindergarten auf dem Sternberg ist ein Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Die derzeit genutzten Räume entsprechen nicht internationalen Sicherheitsstandards und sind notdürftig eingerichtet.

Dennoch sind die wenigen Plätze, die zur Verfügung stehen, sehr begehrt. Die christliche Leiterin Ghada Naser erzählt: „ Viele Eltern wollen ihre Kinder schon früh zu uns bringen, sie haben von unserem integrativen Konzept und von unserer Arbeit gehört. Leider mussten wir in letzter Zeit vielen Eltern absagen und sie auf später vertrösten.“

Aber die Planung für eine Erweiterung des Kindergartens nahe Ramallah läuft bereits auf Hochtouren. Dort wird ein neues und größeres Gebäude errichtet, das den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht. Die Fertigstellung ist für Sommer 2016 geplant. Dort sollen dann bis zu 30 Kinder in zwei Gruppen betreut werden.

Ghada Naser und Ihre Mitarbeiterinnen wissen, dass sie eine Mammutaufgabe vor sich haben, die sie nicht ohne unsere Unterstützung lösen können.

Bitte helfen Sie beim Kindergartenausbau auf dem Sternberg!

Falafel, Zatar & Co. - Die HMH auf der FairHandeln 2015

Ahlam Daibes (1. von links) und Farah Odeh (2. v. rechts) zusammen mit deutschen KollegInnen
Ahlam Daibes (1. von links) und Farah Odeh (2. v. rechts) zusammen mit deutschen KollegInnen
Die Gewürzmischung Zatar zum Probieren
Die Gewürzmischung Zatar zum Probieren

"Welche Sorten gibt es denn?" - Diese Frage stellten viele der BesucherInnen, die an unserem Stand auf der diesjährigen FairHandeln in Stuttgart vorbeikamen. Gemeint waren die Säfte aus Palästina. Diese wurden zu einer Falafel gereicht. Mit am Stand waren Ahlam Daibes (Buchhaltung) und Farah Odeh (Verwaltungsleiter) vom Sternberg. "Ich finde es toll, dass so viele Menschen hier Falafel kennen und mögen", meinte die junge Palästinenserin. "Die Messe ist sehr interessant - auch in Palästina wird der faire Handel immer bedeutender", so Daibes. Neben der arabischen Spezialität gab es auch die Gewürzmischung Zatar mit Olivenöl und Brot zum Ausprobieren. Wir freuen uns auf die nächste FairHandeln!

Das Autismusprogramm - Leben lernen mit allen Sinnen

Salua Abusheeha arbeitet im Autismusprogramm mit
Salua Abusheeha arbeitet im Autismusprogramm mit

"Es ist unglaublich, wie Asifa sich entwickelt hat", meint Salua Abusheeha, Mitarbeiterin des Autismusprogramms. Asifa stammt aus Ramallah. Zusammen mit sieben weiteren Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und vierzehn Jahren wird das Mädchen morgens mit dem Schulbus zum Sternberg gefahren und nachmittags wieder abgeholt und nach Hause gebracht. "Wir legen großen Wert darauf, die Kinder individuell zu fördern", so Abusheeha: "Uns ist es wichtig, durch Theater-, Musik- und Kunsttherapie auf jedes einzelne Kind einzugehen und damit seine bestimmten Stärken und Interessen herauszufinden. Ergänzend arbeiten wir auch mit unseren Rehabilitations-, Physio- und SprachtherapeutInnen zusammen". Ziel ist, die Kinder zu integrieren und sie später vielleicht auf eine Regelschule schicken zu können. "Kinder mit Autismus müssen mit allen Sinnen angesprochen werden. Es dauert eine bestimmte Zeit, bis sich unsere Schützlinge öffnen können", so die Palästinenserin. Das Autismusprogramm soll für 30 Kinder ausgebaut werden. Um den Kindern gerecht zu werden, sind regelmäßige Schulungen für die Mitarbeitenden unerlässlich. "Asifa hat mittlerweile gelernt, sich durch ihre Bilder auszudrücken und sich gegenüber ihren KlassenkameradInnen offener zu verhalten. Wir danken euch für eure Unterstützung", sagt Abusheeha abschließend.

Kurztrip zum Sternberg

Spannung vor der Adventsandacht
Spannung vor der Adventsandacht
Die Kleinen ganz groß in Ramallah
Die Kleinen ganz groß in Ramallah
Blick von der Dachterrasse der Berufsschule
Blick von der Dachterrasse der Berufsschule
Kindergarten und Palmen
Kindergarten und Palmen

Vier Tage Palästina - im Dezember fanden die Arbeitsgespräche mit dem Managementteam um Ghada Naser und Farah Odeh auf dem Sternberg statt. Zu fünft reisten wir in die Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Mit dabei waren Raimund Hertzsch (Direktionsmitglied & Vorsitzender der Herrnhuter Missionshilfe), Fred Walch (Geschäftsführer der HMH), Katharina Goodwin (stellvertretende Vorstandsvorsitzende der HMH), Christoph Reichel (Herrnhuter Pfarrer im Südwesten Deutschlands) und Sabine Bühler (Fundraising). Dabei gab es eine Adventsandacht der besonderen Art. Neben Reverend Imad Haddad von der "Lutheran Church" und Raimund Hertzsch aus Deutschland führten vor allem die Kinder und Jugendlichen durch das Programm. Es gab Tanzeinlagen. Außerdem wurden Weihnachtslieder gesungen, darunter ein arabisches Adventslied. Die Kleinen freuten sich besonders darauf, zwei Kerzen anzünden zu dürfen. Am 9. Dezember fand in Ramallah die Demonstration "the right to education" für die Rechte von Menschen mit Behinderungen statt. Die Kinder hatten Plakate gebastelt und präsentierten diese ganz stolz der Öffentlichkeit. Bei angenehmen 20 Grad spazierten die Betreuerinnen und Betreuer mit ihren Schützlingen durch die Altstadt Ramallahs. Vier weitere Organisationen waren ebenfalls vor Ort. Abschließend wurden die Forderungen an einen Beauftragten des palästinensischen Bildungsministeriums übergeben.

Am Ende dieser kurzen, aber sehr intensiven Reise, die vom Tod des palästinensischen Ministers für Siedlungspolitik überschattet wurde, konnten wir viele Eindrücke mit nach Deutschland nehmen. Vor allem haben uns die Menschen fasziniert: Sie lassen sich nicht einschüchtern, kämpfen gegen  Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Sie sind stark. Sie haben viele Ideen für ihre Zukunft. Und sie geben nicht auf.

Ein ganz besonderer Ort - der Kindergarten auf dem Sternberg

Spielen auf dem Spielplatz
Der Kindergarten bietet den Kindern viele Möglichkeiten

Nicht nur Arabisch, sondern auch Deutsch und Englisch ist im integrativen Kindergarten auf dem Sternberg zu hören. Hier wird eine ganz besondere Arbeit geleistet, denn der Kindergarten ermöglicht Bildungs- und Förderungsmöglichkeiten für Kinder mit einer Behinderung in einem integrativen Konzept. Dabei besuchen Kinder unterschiedlicher Herkunft, beispielsweise aus Deutschland, den Philippinen und eben Palästina den Kindergarten. Auf dem Programm stehen neben kreativen Tätigkeiten auch Sprach- und Physiotherapie.
„Eines unserer Kinder hat das Downsyndrom“, berichtet eine Erzieherin, „ als das Mädchen in den Kindergarten kam, war sie sehr aggressiv den anderen Kindern gegenüber. Nachdem wir uns dann intensiv für sie Zeit genommen haben und einen Plan eingeführt haben, hat sie sich gut in die Gruppe integriert und ist bei allen Aktivitäten dabei, egal ob beim Basteln, Hühnerfüttern, Backen oder Spielen auf dem Spielplatz.“

Zusätzlich zu den Aktivitäten setzt sich das engagierte Personal auch intensiv mit den Eltern auseinander, macht Hausbesuche und gibt Ratschläge, wie die Kinder am besten in ihrem Alltag gefördert werden können. Diese Arbeit kann die Stellung von Menschen mit Behinderung in Palästina nachhaltig verbessern, indem Kinder im Kindergarten schon früh Akzeptanz und Offenheit gegenüber Menschen mit Behinderung lernen. Kinder mit einer Behinderung haben die Möglichkeit, individuell gefördert zu werden und eine Perspektive für ihren späteren Werdegang zu bekommen.

Das neue Berufsausbildungszentrum - Eindrücke von der Einweihung

Pflanzen eines Olivenbäumchens
Pflanzen eines Olivenbäumchens
Lerngruppe in der Berufsschule
Lerngruppe in der Berufsschule
Der große Moment
Der große Moment
Das neue Berufsschulgebäude
Das neue Berufsschulgebäude
Vorstellung der Arbeit durch BerufsschülerInnen
Vorstellung der Arbeit durch BerufsschülerInnen
 

Am 10. Juli war es soweit: Das neue Berufsausbildungszentrum wurde feierlich eingeweiht. „Wir sind überglücklich. Jetzt können wir unseren Jugendlichen und jungen Erwachsenen endlich wieder adäquate Räumlichkeiten für die Berufsausbildung zur Verfügung stellen“, so Ghada Naser, Direktorin des Sternbergs. Auf Grund der politischen Lage wagte niemand zu prognostizieren, ob die Einweihungsfeier überhaupt stattfinden kann. Doch sie fand statt – mit großem Erfolg. „Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer feierten mit uns“, erzählt Naser. „Viele Schülerinnen und Schüler waren mit ihren Eltern gekommen. Zahlreiche hochrangige Gäste waren ebenfalls anwesend, etwa der japanische Botschafter, der das neue Gebäude offiziell einweihte“, ergänzt die Direktorin.

Wie alles begann: 2011 wurde das renovierungsbedürftige Gebäude zum ersten Mal bemängelt. Die HMH leistete Soforthilfe, um akut aufgetretene Schäden zu beheben. Doch schnell wurde klar: Das Gebäude muss abgerissen werden. Der Unterricht fand provisorisch an anderen Plätzen innerhalb des Sternberg-Geländes statt. Anfang 2012 waren die Pläne für einen Neubau fertig. Für die Finanzierung konnten Organisationen wie Brot für die Welt, der Evangelische Entwicklungsdienst, die Diakonie Österreich, die HMH samt Losungsspende sowie die japanische Botschaft in Palästina gewonnen werden. Ende 2012 begann der Abriss des alten Gebäudes. 2013 war der erste Spatenstich für das neue Gebäude. „Während der fünf Jahre, die ich inzwischen auf dem Sternberg bin, habe ich noch nie eine solche Menge von Besuchern gesehen. Ich bin voller Vertrauen, dass die Leute heute einen neuen Sternberg gesehen haben, voller Professionalität und Effektivität“, so Nasers abschließende Worte zur Einweihungsfeier.

Aktuelle Lage auf dem Sternberg/Palästina

Wie geht es den Menschen auf dem Sternberg? Sind sie von der aktuellen Situation in Gaza/Palästina betroffen? Dazu berichtet Ghada Naser, Leiterin der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen: "Wir haben Angst. Zwar sind wir nicht direkt betroffen, dennoch sehen und hören wir die Kampfjets. Wir fürchten uns, dass der Krieg irgendwann auch den Sternberg treffen könnte. Es gab auch hier Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Jugendlichen und der israelischen Armee. Es kommt verstärkt zu Kontrollen, die Lage ist sehr angespannt". Seit Anfang Juli gibt es Krieg zwischen Israel und Palästina. Es gab vermutlich bereits über 700 Tote und zahlreiche (Schwer-) Verletzte. "Im Moment sind die Kinder und Jugendlichen zu Hause bei ihren Familien - sie haben Ferien. Ab Mitte August wird der reguläre Schulbetrieb fortgesetzt. Wir hoffen bis dahin auf ein Ende des Krieges", so Naser besorgt. In diesen schweren Zeiten denken wir besonders an die Menschen in Palästina und Israel. Wir wünschen ihnen viel Kraft und ein baldiges Ende der Konflikte.

Auf Tour mit Sarah Taha

Bunte Wände in der Schule
Bunte Wände in der Schule
Inklusion - ein Gewinn für alle
Inklusion - ein Gewinn für alle
Sarah auf dem Weg in die Dörfer
Sarah auf dem Weg in die Dörfer
Samir mit seiner Mutter
Samir mit seiner Mutter

Was wird aus den Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, die nicht in die Einrichtung des Sternbergs kommen können? Jene, die nicht oder nur bedingt transportfähig sind? Wer hilft ihnen und ihren Familien? Sarah arbeitet seit 16 Jahren auf dem Sternberg. Sie ist Sozialarbeiterin. "Ich betreue hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche in den Dörfern", so Sarah. Dabei hilft sie zum einen den Familien zu Hause, um deren Alltag soweit wie möglich zu verbessern. Zum anderen bezieht sie das Umfeld der Betroffenen mit ein. Sie klärt über Erkrankungen und Fördermöglichkeiten auf. "Ich berichte den Dorfbewohnern über die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen und dass es gilt, diese individuell zu fördern", meint die Palästinenserin. "Meine Vorträge sind gut besucht", ergänzt die Sozialarbeitern. Für die Eltern und Verwandten gibt es regelmäßige Workshops. "Oft fehlt es an der richtigen Aufklärung und an Informationen über Krankheiten. Unser großes Ziel ist, dass irgendwann alle Menschen gleich behandelt werden und in ihren Chancen nicht mehr eingeschränkt sind", so Sarah abschließend.

Ghada Naser und Farah Odeh zu Arbeitsgesprächen in Bad Boll

Farah Odeh und Ghada Naser in Bad Boll
Farah Odeh und Ghada Naser in Bad Boll

Zu Arbeitsgesprächen sind Ghada Naser und Farah Odeh vom Sternberg nach Bad Boll gereist. Die Direktorin und der Verwaltungsleiter der Fördereinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen berichteten über die bevorstehende Einweihung der neuen Berufsschule: "Für Ende Juni planen wir, den Umzug und die Einrichtung endgültig abgeschlossen zu haben". Die Kinder und das gesamte Personal seien "mehr als aufgeregt und zugleich voller Freude" über den bevorstehenden Umzug und die Einweihung des Gebäudes. Wir sind gespannt auf die Einweihungsbilder.

Unterstützung auf der Fair Handels-Messe

Samar und Rabiha am Messestand
Samar und Rabiha am Messestand

Rabiha Joudeh (Programmkoordinatorin) und Samar Badi (Physiotherapeutin) haben uns auf der diesjährigen Fair Handels-Messe in Stuttgart tatkräftig unterstützt. Viele Besucher kamen an unserem Stand vorbei, um das Olivenöl und die Gewürzmischung Zatar aus Palästina zu probieren. "Die Menschen waren sehr offen. Sie haben sich sehr für die Kinder und das Förderzentrum auf dem Sternberg interessiert", erzählt Rabiha. "Für mich war es der erste Besuch in Deutschland", meint Samar. "Ich würde gerne wieder kommen, es war eine tolle Erfahrung", ergänzt sie. Wir danken den beiden für ihre Hilfe - auf ein baldiges Wiedersehen. Shukran!* (*Danke auf Arabisch)

Bildung & Mut = Selbstvertrauen

Mustafa und Attalah unterwegs
Mustafa und Attalah

Mustafa (22 Jahre) und Attalah (21 Jahre) haben es nach dreijährigem Training geschafft: Sie überqueren die direkt am Sternberg gelegene, vielbefahrene Straße selbständig und halten danach ein Sammeltaxi an, das sie nach Ramallah bringt. Morgens schon kommt Attalah mit dem Taxi zum Haus von Mustafa, mit dem er zusammen zur Haltestelle für Sammeltaxis geht. Früher waren sie dabei Belästigungen von Schülern ausgesetzt und wurden eingeschüchtert. Heute sind sie sehr viel selbstbewusster geworden und regeln die Bezahlung in den Taxis selbständig .

"Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Belange des Sternbergs und der Menschen mit Behinderungen ist angesichts des unverändert schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfelds enorm" berichtet uns Ghada Naser, die Leiterin vor Ort. 

Neue Berufsschule auf dem Sternberg

Ghada Naser, Leiterin des Sternbergs
Ghada Naser, Leiterin des Sternbergs

Die neu gebaute Berufsschule ist fast fertig gestellt und soll schon bald eingeweiht werden. Der Sternberg, das Herrnhuter Zentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Palästina nahe Ramallah, baut damit seinen Schwerpunkt der beruflichen Bildung aus.

Vierzig junge Menschen können demnächst hier in Haus- und Landwirtschaft ausgebildet werden. Dann bietet das Zentrum eine Förderung vom Kindergarten bis zur beruflichen Ausbildung an.

„Kinder mit einer Behinderung“, erklärt Ghada Naser, die Leiterin, „haben bei uns in Palästina eigentlich keine Chance. Wenn der Alltag sehr beschwerlich ist, wie bei uns, dann hat man keinen Blick für diejenigen, die mehr oder vielleicht auch nur eine andere Zuwendung benötigen.“

Das neue Gebäude hat vier Klassen-, zwei Büro- und zwei Lagerräumen, Toiletten, eine Küche und viel Platz für größere Veranstaltungen und Seminare. „Wir freuen uns über das neue Gebäude. Gerade den großen Raum werden wir auch zum Beispiel für unser Weihnachtsfest und andere Feste nutzen. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, die uns den Neubau ermöglicht haben.“

Jetzt geht es um die Inneneinrichtung. Doch auch für die laufenden Kosten braucht der Sternberg unsere Unterstützung. Denn  die gesamte Einrichtung trägt sich durch Spenden. Staatliche oder kommunale Hilfe gibt es nicht.