Investition in die Zukunft - Schulstipendienfonds der Herrnhuter Missionshilfe

Afrika liegt auf dem Weg zu einer chancengerechten und hochwertigen Bildung weit zurück. Die Bildungschancen sind stark vom Wohnort und Einkommen abhängig: Kinder und Jugendliche auf dem Land schließen die Schule seltener ab als Gleichaltrige in der Stadt. Und je ärmer die Bevölkerung ist, desto schlechter stehen die Chancen, einen Schulabschluss zu erlangen. Die allgemeine Schulpflicht scheitert in vielen Ländern am Geld. In den meisten Entwicklungsländern sind in den Staatshaushalten die Budgets für Bildung zu gering, um den Bedarf zu decken. Zudem behindern hohe Staatsschulden, schlechte Regierungsführung, Korruption und mangelnde Management- und Organisationsfähigkeiten die Bereitstellung eines flächendeckenden und hochwertigen Bildungsangebots. Alle diese Punkte führten dazu, dass die Herrnhuter Missionshilfe mit dem sukzessiven Aufbau eines breit angelegten Programms zur Förderung der Ausbildung und des Studiums für junge Leute aus Afrika begann.

Über den Schulstipendienfonds der Herrnhuter Missionshilfe werden Menschen in ihrem eigenen Land oder ihrer Heimatregion gefördert. Gerade durch die verschiedensten Bildungswege, die in den Einrichtungen der Herrnhuter Missionshilfe angeboten werden, können die jungen Menschen vom Kindergarten bis zur Berufsschule begleitet werden. Die Herrnhuter Missionshilfe besitzt für jeden Bildungsweg ein Stipendienprogramm und investiert somit in die Zukunft der Menschen.

Die Schüler erhalten eine Schuluniform, Lernmaterialien, Mahlzeiten, Hygieneartikel und Versorgung im Krankheitsfall. „Es ist unser Ziel, besonders benachteiligte junge Menschen zu unterstützen und ihnen eine berufliche Perspektive für ihr Leben zu geben. In unseren Secondary Schools und Berufsbildungszentren können wir ihnen eine qualifizierte Ausbildung anbieten”, berichtet Bettina Nasgowitz, Referentin für Projekte und Finanzen. Vor allem im ländlichen Raum, aber auch in städtischen Armutsgebieten ist das Netz der Schulen nicht dicht genug. Kinder in ländlichen Regionen müssen oft extrem weite Schulwege zurücklegen. Häufig dürfen Mädchen weiter entfernte Schulen nicht besuchen, da die Eltern Sorge um ihre Sicherheit haben. Deshalb ist es unausweichlich, auch einigen einen Internatsplatz zu finanzieren. Die HMH vergibt natürlich auch Schulstipendien an junge Menschen, die es schwer haben. Nach dem Leitsatz „Komm, stell dich in die Mitte” – Jesus hat sich benachteiligten und behinderten Menschen zugewendet.

Diese Botschaft von der Liebe Gottes zu allen Menschen in Not ist unsere wesentliche Orientierung. Donatos Mynoka ist 20 Jahre jung und von Geburt an blind. Zuerst besuchte er eine Schule, welche mit der Unterweisung eines Blinden völlig überfordert war. Deshalb musste leider seine Schulzeit pausieren. Jetzt ist er in der Herrnhuter Schule in Lutengano, in der junge Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Behinderungen aufgenommen werden. Seine Familie hat kein Geld für die Bildung ihres Kindes, und deshalb hat die HMH diesen besonderen jungen Mann in ihr Programm aufgenommen. In der Schule in Lutengano wird dem blinden Mann ermöglicht, seinen Abschluss zu machen. Die Mitschüler und Lehrer kümmern sich rührend um Donatos und gehen speziell auf seine Bedürfnisse ein. Leider gibt es für Blinde noch nicht viele Unterrichtsmaterialien und darum möchte er später auch Lehrer werden, um mit den vorhandenen Mitteln Blinde zu unterrichten.

Abschlussfeier in der Herrnhuter Academy Sansibar
Donatos Mynoka aus Lutengano