Berufsausbildung – Weg aus der Armut

Gute Chancen für den Nachwuchs


„Mein Name ist Rebeca Kalinga und ich bin 18 Jahre alt. Ich mache eine Ausbildung zur Schneiderin und bin momentan im zweiten Lehrjahr.“ Rebeca ist eines von insgesamt 10 Waisenmädchen, die die Berufsschule der Herrnhuter Missionshilfe in Rungwe im Südhochland von Tansania besuchen. Ohne
Unterstützung wäre für keine von ihnen eine Ausbildung denkbar gewesen. „Ich liebe es, in Büchern über die Schneiderkunst zu lesen und neue Schnittmuster zu lernen. Doch leider haben wir nicht genug Fachliteratur“, erzählt Rebeca. So wie sie träumen auch alle ihre Mitauszubildenden von zusätzlichen Nähutensilien. Die Waisenmädchen bitten herzlich um Spenden, damit die Ausstattung der Berufsschule verbessert werden kann.

Im Jahr 2015 konnte die Herrnhuter Missionshilfe mit Hilfe der Firma Wörwag Pharma in Songea eine neue Berufsschule eröffnen. Dort werden derzeit 58 Auszubildende in den Berufen NäherIn, ElektrikerIn, SchneiderIn und TischlerIn ausgebildet. Auch Grundkenntnisse in Englisch, IT und Betriebsführung sind Inhalt des Lehrplans. Einer der Berufsschüler ist der 21- jährige Tyson F. Mligiliche. Er ist im zweiten Lehrjahr der Ausbildung zum Elektriker. Die Wahl dieses Berufes hat bei ihm einen bewegenden Hintergrund. „Ich will bedürftigen Menschen in ländlichen Regionen helfen. Dort gibt es oft keine Experten, die den Einwohnern helfen können, elektrische Geräte zu installieren oder etwas zu reparieren“, berichtet der junge Mann. „Auch in meinem Dorf habe ich das erlebt, und deshalb bin ich stolz, dass ich mit Hilfe der Herrnhuter Brüdergemeine meinen Traum erfüllen kann und den Beruf des Elektrikers lernen darf.“ Viele Menschen in Afrika haben weder die Chance auf Schulbildung noch auf einen Ausbildungsplatz. Die Herrnhuter Missionshilfe weiß, dass eine fundierte Ausbildung die Tür zum Arbeitsmarkt öffnet und die Chance bietet, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. So wird das Selbstwertgefühl der jungen Menschen gestärkt und ein Leben in Würde ermöglicht. Deshalb betreibt die Missionshilfe in Tansania mehrere Berufsschulen, wobei vor allem auf die Nachhaltigkeit der Projekte großen Wert gelegt wird. „Uns ist wichtig, die Schüler nach dem Schulabschluss nicht alleine zu lassen“, so Pfarrer Raimund Hertzsch, Vorsitzender der Herrnhuter Missionshilfe. „Wir möchten unseren Schulabgängern einen Ausbildungsplatz anbieten können und ihnen so einen Ausweg aus der Armut zeigen. Deshalb arbeiten unsere Schulleiter eng mit den umliegenden Betrieben zusammen. Es bringt nichts, die Schüler qualifiziert auszubilden und danach keine Perspektive zu bieten.“

 

 

Berufsschüler aus Songea
Näherinnen aus Rungwe
BerufschülerInnen aus Songea
Schreinerei in Rungwe