Givim mipela kaikai bilong dispela de – Unser tägliches Brot gib uns heute

Festlicher Gottesdienst zum Auftakt des Bibelcamps.
Gemeindeleiter Kekengtau mit den Losungen beim Frühstück mit der Familie

Trommeln und Palmblätter begleiten die Teilnehmer eines Bibelcamps zum Auftakt Gottesdienst. Vieles ist hier anders, die tropischen Pflanzen, die Sprache, Kirchen aus Bambus und überhaupt ist es in der Kirche, anders als bei uns an Weihnachten, eher zu heiß als zu kalt. Nur eines ist gleich, die Losung für den Tag.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Papua-Neuguinea gibt seit zwei Jahren die Losungen in Neomelanesischem Pidgin (Tok Pisin) heraus. Unterstützt wird sie dabei von der Losungsspende der Herrnhuter Brüdergemeine. „Wir versuchen Multiplikatoren für die Losungen zu gewinnen, darum haben wir die Bücher bei verschiedenen Bibelcamps und vor allem auch an Mitarbeitende in der Jugendarbeit sowie junge Pfarrer verteilt“, sagt Johann Grauvogl, der in Papua Neuguinea tätig ist. Er beginnt von seinen Erlebnissen hier als Pfarrer zu erzählen: „Der Kulturkreis von Papua-Neuguinea ist ganz anders, als der europäische, darum sorgen verbindende Elemente wie die Losungen immer wieder für erstaunliche Momente. Dieses Jahr führte ich ein Bibel-Camp mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in dem entlegenen Urwalddekanat Kaintiba durch. Dorthin kommt man entweder mit dem Flugzeug, oder einem zweitägigen Fußmarsch. Der einheimische Gemeindeleiter Kekengtau Ambuo erzählte mir, dass er mit seiner Familie jeden neuen Tag mit den Losungen beginnt. Das hat sich inzwischen zu einem kleinen Ritual entwickelt, dass sie nicht mehr missen wollen. Jeden Tag des Bibel Camps begannen wir somit, indem Kekengtau und ich eine kurze Andacht zur Tageslosung hielten. Auch in Zukunft will er nun die Losungen in der Gemeindearbeit verwenden.“ Das Projekt der Losungen in Papua Neuguinea wird auch im kommenden Jahr fortgeführt. Wir bitten Sie daher für Ihre Unterstützung um den Menschen dort Gottes Wort näher zu bringen. Pfarrer Grauvogl erwähnt dazu: „Die Stärke der Losungen liegt in der Kürze des Textes, dadurch können sie auch von Menschen mit geringer Schulbildung erschlossen werden.“

Erstmals Losungen in Tok Pisin

Don Muhuyupe, Pfarrer der lutherischen Kirche in Papua Neuguinea, ist Initiator der Losungen in Tok Pisin.

Dankbar und auch ein bisschen stolz zeigt Don Muhuyupe im Dezember 2015 die erste Losung in Tok Pisin. Bis der lang gehegte Wunsch des Pfarrers der lutherischen Kirche auf Papua Neuguinea realisiert werden konnte, war es ein langer Weg. Während seines Studiums in Deutschland hat er die Losungen kennen gelernt. Zurück in seiner Heimat verfolgte er beharrlich die Idee, dieses „geistliche Grundnahrungsmittel“ auch für die Christen in seinem Land einzuführen.
Unterstützt wird er dabei von Pfarrer Hans Grauvogl, der als deutscher Missionar in Papua Neuguinea arbeitet. 2012 werden die ersten Kontakte mit den Herrnhutern geknüpft. Seitdem erhalten die Initiatoren das Losungsmanuskript. Aber es gibt noch Vieles zu klären: Sollen die Losungen
in den bestehenden Kirchenkalender eingefügt werden oder extra erscheinen? Ist ein australisches Andachtsbuch besser? Gibt es genügend dritte Texte in Tok Pisin, dieser am weitesten verbreiteten Kreolsprache in Papua-Neuguinea? Wie werden die Kirchenmitglieder das Buch aufnehmen?
Eine erste Testversion für den Jahrgang 2015 erscheint in kopierter Form. Die Resonanz ermutigt die Übersetzer und Herausgeber weiterzumachen. Und so gibt es für den Jahrgang 2016 die erste gedruckte Ausgabe mit dem Titel GIVIM MIPELA KAIKAI BILONG DISPELA DE in einer Auflage von 500 Exemplaren.