Gemeinschaft durch die Losungen

Jung und Alt begegnen einander
Sommerlager 2015

Die Gemeinde, die der Pfarrer Gundars Ceipe betreut, ist eine große Gemeinschaft. Nicht zuletzt ist sie durch die Losungen entstanden. „Wir haben das ganze Jahr über verschiedene große Aktivitäten, Exkursionen im Frühjahr und Herbst, ein großes Sommerlager mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedlicher Altersgruppen und schließlich den Laternenlauf im Advent. Die Veranstaltungen beginnen wir jeden Tag mit dem Lesen der Losungen. Sie sind darum eine dauerhafte Verbindung zwischen den Menschen, auch in den Zeiten, wenn wir uns nicht als Gemeinschaft sehen“, berichtet der engagierte Pfarrer bei seinem Besuch in Deutschland. Für ihn ist es wichtig, den Menschen auch die Geschichte der Herrnhuter in Lettland nahe zu bringen. Diese ist für die lettische Identität prägend gewesen. „Durch die Begegnung mit der Geschichte der Herrnhuter in Lettland, begegnen die Menschen auch sich selbst und fangen an über sich, die Welt und den Glauben nachzudenken“, erzählt Pfarrer Ceipe über seine Arbeit in Lettland.

Laternenlauf zum Advent

Laternenlauf in Nitaure
Lichterbotschaften

Anfang Dezember lag in Lettland bereits Schnee. Warm eingepackt mit Mützen und Winterstiefeln trafen sich um die 100 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Laternenlauf. 70 km nördlich von Riga in dem Städtchen Nìtaure wurde zunächst ein Gottesdienst gefeiert. Auch in der Kirche war es besser, die dicke Jacke anzubehalten. Doch die Kälte konnte dem Gesang der Gemeinde und der Stimmung nichts anhaben.

Das Laternenfest fand am internationalen Tag der Menschen mit Behinderung statt. Deshalb ist es auch besonders schön, dass die Fotos auf dieser Seite von einem Mädchen mit Behinderung gemacht wurden, das die besonderen Eindrücke vom Laternenfest festgehalten hat. Mit Lichtern und Liedern begann für die Menschen in den Gemeinden in Lettland die Adventszeit in stimmungsvoller Atmosphäre.

Losungen wirken in Lettland

Pfarrer Gundars Ceipe aus Lettland

„Gottes Wort arbeitet für sich selbst“ sagt Pfarrer Gundars Ceipe, als er Bad Boll besucht über die Verbreitung der Losungen in Lettland. Seit 2002 werden die Losungen in lettischer Sprache gedruckt. Auch im kommenden Jahr gibt es drei Ausgaben, die Pfarrer Ceipe nach Deutschland mitgebracht hat. Zwei Versionen sind als Ringbuch gebunden, damit sie nicht auseinanderfällt, wenn sie viel in Gebrauch ist. Neben den üblichen Verkaufsexemplaren werden jährlich 500 Stück in Krankenhäusern, Altenheimen und Gefängnissen verteilt und erreichen so viele Menschen, die normalerweise keinen Zugang zur Bibel oder der Kirche in Lettland haben. Diese Exemplare unterstützt die Losungsspende.

Die Geschichte der Brüder-Unität in Lettland ist 200 Jahre alt und wird bei den Erzählungen des lettischen Pfarrers wieder lebendig. Der promovierte Historiker erzählt von alten Kirchsälen aber auch von aktuellen Aktionen der Herrnhuter in Lettland. Im Sommer gibt es ein Ferienlager für Kinder und jedes Jahr versammeln sich in einer anderen Stadt am Samstag vor dem ersten Advent Menschen für ein Laternenfest. Daran nehmen über 100 Kinder teil, die mit bunten Laternen und knisternden Kerzen durch die Straßen ziehen und an verschiedenen Stationen zum Gebet anhalten.

Herr Ceipe berichtet auch, dass in Lettland zurzeit große Unsicherheit herrscht. Zum Beispiel ist der landwirtschaftliche Markt nach Russland weggebrochen. Das bereitet nicht nur den Bauern große Sorgen, denn die ökonomische Krise ist keineswegs überstanden. „Die Losungen können in dieser instabilen Situation vielen Menschen Halt geben und das Vertrauen in Gott stärken“, berichtet Pfarrer Ceipe.

 

Eine Losung für alle Lebenslagen

"Der Gesichtsausdruck der Menschen war plötzlich viel lebendiger", erzählt Gundars Ceipe, Pfarrer der Brüder-Unität in Lettland. "Letztes Jahr konnte ich einige der lettischen Losungen in Krankenhäusern, Altersheimen und Gefängnissen verteilen. Die Resonanz war sehr positiv. Viele Menschen hatten wieder Zuversicht und Hoffnung - und sie fühlten, dass sie nicht alleine waren", so Ceipe weiter. Insgesamt konnten 500 Losungen mehr gedruckt werden als im Vorjahr. Auch nächstes Jahr sollen weitere Exemplare heraus gebracht werden. "Viele davon werden wieder Menschen in schwierigen Lebenslagen begleiten", so der lettische Pfarrer.