Es wird gesät verweslich...

1.      Korinther 15,42-44

42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. 

43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 

44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 

Gottesacker Herrnhut
Grabplatte

Die letzte Ruhestatt so gut wie eines jeden ist in der Regel ein Friedhof. Diese Orte können aber mehr sein als nur Begräbnisstätte. Wer einmal einen Herrnhuter Gottesacker besucht hat bemerkt gleich, dass auch Steine eine Geschichte erzählen können. Geht man beispielsweise über den Gottesacker in Bad Boll, so staunt man. Auf den schlichten Grabplatten stehen fremde Geburtsorte wie Paramaribo, Südafrika oder Labrador. Die Gottesäcker erinnern an die bewegten Leben der Menschen, die über die Missionsarbeit der Herrnhuter Brüdergemeine in aller Welt tätig waren, aber für ihre letzte Reise zurückgekehrt sind. Anders als auf anderen Friedhöfen gibt es hier aber keine besonderen Grabsteine oder imposante Büsten. Auf einfachen viereckigen Steinplatten sind die Namen und Daten der Verstorbenen eingraviert. Der Gedanke für diese besondere Art und Weise der Bestattung stammt aus den Anfängen der Brüdergemeine. In ihm wird Vorstellungen von der Gleichheit vor dem Tod und der Ruhe vor der Auferstehung umgesetzt, angelehnt an 1. Korinther 15,42ff. „…Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. ...“

Diese beeindruckende Schlichtheit bringt dazu, über das Leben und das Lebensende nachzudenken. Orte, die eine solche Ruhe ausstrahlen sind heute selten geworden.
Trotz aller Schlichtheit haben die besonderen Friedhöfe jedoch auch ihre eigenen Probleme. Anders als auf anderen Friedhöfen, werden die Grabplatten nämlich nicht nach einer gewissen Zeit entfernt, sondern bleiben an ihrem Platz liegen und sind somit dem Zahn der Zeit ausgesetzt. Pflegeintensiv sind auch die alten Linden, die traditionell die Gottesäcker umsäumen. In Herrnhut sind diese Bäume schon über 250 Jahre alt. Diese Bäume müssen jedes Jahr ausgeschnitten werden und es muss sichergestellt werden, dass keine Äste plötzlich abbrechen können. Zudem müssen die Wege zwischen den Grabplatten in Stand gehalten werden. Manch eine kleine Brüdergemeine ist mit der Pflege dieser besonderen Orte und Kulturdenkmäler leider schlicht finanziell überfordert.
Darum suchen wir Menschen, die mit uns diese besonderen Orte und lebendigen Kulturdenkmäler erhalten möchten und uns dabei finanziell unterstützen. Jede kleine Brüdergemeine ist dankbar, wenn man ihr bei dieser großen Aufgabe unterstützend zur Seite steht.

Vielleicht gibt es ja auch bei Ihnen in der Nähe einen Gottesacker der Herrnhuter Brüdergemeine, den Sie einmal besuchen können. Interessierte Besucher sind immer willkommen in Herrnhut, Bad Boll, Königsfeld, Niesky und anderswo.