Herrnhut - Tradition trifft Zukunft

Blick auf Herrnhut - dem Ursprungsort der Brüdergemeine

Rund 100km östlich von Dresden liegt der Ort, an dem die Herrnhuter Brüdergemeine ihren Ursprung hatte. Nahe an der Grenze zu Polen und Tschechien. Obwohl der Ort nur ca. 5.000 Einwohner zählt ist er in aller Welt bekannt. Nicht nur, aber auch durch die Losungen. Herrnhut ist ein besonderer Ort, quasi an jeder Ecke begegnet man hier einem Stück Geschichte der Brüdergemeine. 1722 haben Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und Mähren den Ort gegründet. Sie bauten ihre ersten Häuser auf dem Grund, der der Familie von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf gehörte. Geht man heute durch den Ort, sieht man die Bauart des Herrnhuter Barock. Handschriftliche Werke Zinzendorfs und ein großer Schatz an Büchern wird im Unitätsarchiv aufbewahrt. Von den früheren Reisen der Missionare und den Kulturen, denen sie begegnet sind kann man einiges im Völkerkundemuseum entdecken. Das Herzstück der Brüdergemeine aber ist der Kirchsaal. Er bildet auch den städtebaulichen Mittelpunkt der Stadt und ist nicht nur ein Ort für Gottesdienste, sondern auch die gute Stube der Gemeinde, in der man sich trifft und gemeinsam feiert. Er dient auch als Aula für die Förderschule der Herrnhuter Diakonie und für die Zinzendorf-Schulen.

Gottesdienst in Herrnhut
Kirchensaal in Herrnhut

Der Kirchensaal - die gute Stube der Gemeinde, die dringend saniert werden muss

Tritt man in den großen Raum des Kirchensaals ist man erst einmal beeindruckt. Alles ist in weiß gehalten, Wände, Bänke, sogar die Orgel. Es steht symbolisch für die Auferstehungshoffnung. Schaut man aber einmal genauer hin, merkt man, dass das weiß an vielen Stellen bröckelt. „Große Stock- und Schimmelflecken breiten sich an der Wand aus. Im Winter wird es auch im Saal bitterkalt, da die Heizung für den Raum nicht ausreicht und die Elektrik stammt zu einem großen Teil noch aus den fünfziger Jahren, sodass sie den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht.“ Berichtet Peter Vogt, Pfarrer der Brüdergemeine in Herrnhut. Für die Gemeinde ist klar, der Kirchsaal und damit das Herzstück der Brüdergemeine überhaupt, kann nicht einfach weiter verfallen. Ein Plan für die Sanierung und Restaurierung steht bereits, doch die große Herausforderung der Finanzierung ist nicht von einer Gemeinde alleine zu stemmen. Darum werden Unterstützerinnen und Unterstützer für dieses Projekt gesucht.
Pfarrer Vogt erzählt, warum dieses Bauprojekt für ihn von so großer Bedeutung ist: „Tag für Tag füllen Menschen besuchen Menschen den Kirchsaal und spüren etwas vom spirituellen Herzschlag unserer Tradition: Wo sich Menschen im Namen Jesu begegnen, können aus Fremden Freunde werden. Das war die Vision Zinzendorfs, als der Saal 1757 gebaut wurde. Und es ist auch unsere Vision, jetzt für die Sanierung.
Wir wünschen und Räume, die etwas ausstrahlen von dem fröhlichen Glauben, der uns trägt; Räume, die von unserer Geschichte erzählen und zugleich bezeugen, dass Kirche Zukunft hat. Darum wollen wir diese Sanierung wagen und freuen uns, wenn sie dabei sind!“

Die Technik ist schon 60 Jahre alt
Entwurf für die Kirche der Zukunft