Die Losungen in Kamerun - ein Herzensanliegen

Frühstück mit den Losungen
Dr. Njock bei der Übersetzungsarbeit

„Meine Kreuzschmerzen sind besser. Auch mein altes Auto kommt bald wieder aus der Werkstatt und darf über die Straßen Kameruns fahren.“ So berichtet der Herausgeber der Losungen in Kamerun Pierre Emmanuel Njock. „Nur selber fahren kann ich nicht mehr, wegen meinen schlechten Augen, das übernimmt einer meiner Söhne.“ Trotz Augenkrankheit lässt Herr Njock nicht von seiner Arbeit als Losungsübersetzer ab. Stundenlang sitzt er vor dem PC und ringt um die richtigen Formulierungen in Basaa. Einer Bantusprache die in dem zentrakafrikanischen Land gesprochen wird. Auch die Bibel auf Basaa hat er übersetzt. „Vielleicht wird unser Schrei langsam gehört: Lasst uns unsere Kulturen und Sprachen nicht völlig verlieren.“ Englische Bücher, Chinesische Kleidung und so weiter, nur weniges erinnert dabei in Kamerun an die alte Kultur der Basaa. Emmanuel Njock möchte seine Sprache bewahren und er hat Erfolg damit. Vor allem unter Jugendlichen ist das Losungsbuch sehr verbreitet. Häufig wird er von christlichen Gruppen eingeladen, die er gerne besucht und denen er dann die Bibel auf Basaa sowie das Losungsbuch vorstellt.
„Der Herr hat mir die Gnade geschenkt, die letzten 37 Jahre das Losungsbuch auf Basaa zu übersetzen und in die neue kamerunische Schrift zu setzen.“ Dies war nur mit Hilfe der Losungsspende und treuen Unterstützern der Arbeit von Herrn Njock möglich. Wir bitten Sie auch weiterhin das Engagement von Herrn Njock mit Ihrer Spende zu unterstützen, damit er seine wichtige Arbeit in Kamerun fortführen kann.
In einem persönlichen Brief an uns schreibt er am Ende: „Möge Gott sein Wort in die Welt so verbreiten lassen, dass jeder es in seiner Herzenssprache liest und versteht. Er segne die Arbeit der Herrnhuter Brüdergemeine!“

Über 35 Jahre Bibelübersetzung

Dr. Njock mit Bibelübersetzungs-Team
Dr. Njock mit Bibelübersetzungs-Team

"Damals hätte ich nie gedacht, dass die Bibeln in Basaa so erfolgreich werden und dass ich all die Jahre an dieser spannenden Tätigkeit teilhaben darf", erzählt Dr. Pierre Emmanuel Njock. Der Weg seiner Bibelübersetzungen in die Sprache Basaa begann für ihn vor mehr als 35 Jahren in Libamba/Kamerun. Der heute 76-jährige Sprachwissenschaftler ist stolz auf sein Werk. "Über 70 Personen aus unterschiedlichsten Bereichen gehören inzwischen zum Übersetzungs-Team", so Njock. Das langjährige Verbot der Sprache hat die Basaa-gebürtigen Menschen dazu bewogen, gemeinsam das Wort Gottes in "ihre" Sprache zu übersetzen und es zu veröffentlichen. "Es gibt immer mehr Leserinnen und Leser - das ehrt uns zutiefst", meint der Sprachwissenschaftler.

Basaa in Kamerun

Dr. Pierre E. Njock übersetzt seit 30 Jahren die Basaa-Losungen.

Basaa war eine verbotene Sprache.
Während der französischen Kolonialzeit in Kamerun und bis ins 21. Jahrhundert war sie aus den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen verbannt worden. Nur mündliche Überlieferung existierte über Jahrzehnte. Dr. Pierre Emanuel Njock, der zu der Ethnie der Basaa gehört, wollte nicht, dass seine Muttersprache nach und nach verschwindet.

Geprägt ist der Sprachwissenschaftler von seiner Missionsschule. Beim Studium in Deutschland lernt die Herrnhuter Losungen kennen. Er beschließt, dass er diese tägliche biblische Botschaft mit den Menschen, die seine Muttersprache sprechen, teilen möchte. So beginnt er vor nunmehr 30 Jahren die Losungen ins Basaa zu übersetzen. Inzwischen ist er im Ruhestand und sein Sohn hilft ihm beim Übersetzen und den weiteren Arbeitsgängen, die nötig sind, damit die Basaa-Losung rechtzeitig zum ersten Januar eines Jahres erscheint. Immer enthält das kleine Buch Erklärungen zu Schrift und Aussprache.

Seit zwei Jahren darf Basaa wieder in den Schulen gelehrt und gelernt werden. Dr. Njocks Arbeit an den Losungen und der Bibel sind dabei ein wichtiges Fundament. Doch der Sprachwissenschaftler engagiert sich in seinem Heimatdorf auch für die Belange der Benachteiligten. Die Jugend und die Witwen sind sein Thema. Die einen sollen eine Ausbildung erhalten, die anderen einen Platz zum Leben.