Rollstuhlfahrer brauchen Kleinbus

Frau Zeitz ist eine Bewohnerin des Altenheims der Gnadauer Anstalten

„Heute wäre ein guter Tag, nach Schönebeck oder nach Magdeburg zum Einkaufen zu fahren,“ meint Frau Zeitz. Für zwei ihrer Mitbewohnerinnen, die bald Geburtstag haben, würde sie gerne eine Kleinigkeit besorgen. Frau Zeitz ist 85 Jahre alt und lebt seit 2007 im Altenheim der Gnadauer Anstalten, einer Einrichtung der Herrnhuter Brüdergemeine knapp 30 Kilometer südöstlich von Magdeburg. Frau Zeitz ist seit ihrer Kindheit gehbehindert und immer auf den elektrischen Rollstuhl angewiesen. In Gnadau gefällt es ihr gut. Mit dem Rollstuhl unternimmt sie kleine Ausflüge bis in die fünf Kilometer entfernten Nachbardörfer. „Man muss ab und zu aus dem Haus“, erklärt sie. „Sonst fällt einem die Decke auf den Kopf. Früher war das einfach. Da haben wir uns zusammengetan und der hauseigene Transporter brachte uns nach Schönebeck oder Magdeburg.“ Das geht jetzt nicht mehr. Der alte Bus kam nicht mehr durch den TÜV. Zwar kann man ein Rollstuhltaxi bestellen, aber die Wartezeiten sind sehr lange und die Fahrer wechseln ständig, was Frau Zeitz als sehr unangenehm empfindet. Einen neuen Transporter kann sich die Einrichtung nicht leisten. Zwar wurde ein gebrauchter angeschafft, allerdings ist dieser nicht rollstuhlgerecht ausgestattet. „Für uns Rollstuhlfahrer ist das ein großer Nachteil“, erklärt die 85Jährige. „Wir sind sowieso schon bei vielen Aktivitäten außen vor. Nun fehlt uns auch noch die Freiheit, ab und zu einen kleinen Ausflug zu unternehmen.“