Highlights der Tansania- und Malawi-Reise 2013

Afrika – unendlich viel Kultur, reicher und doch so armer Kontinent. Dürren, Hungersnöte, Aids. Mystische Landschaften, seltene Tierarten, Natur zum Verlieben. Welche Eindrücke erwarten uns auf unserer Reise? Mit welchen Gefühlen und Erwartungen reisen wir dorthin? Und mit welchen kommen wir zurück?

Im Juli beginnt unsere Reise nach Ostafrika. Wir - das sind 22 ReiseteilnehmerInnen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz - besuchen unsere Projektpartner und Gemeinden in Tansania und Malawi. Nach langem Flug haben wir es geschafft: Wir treffen in Dar es Salaam ein, der inoffiziellen Hauptstadt Tansanias am Indischen Ozean.

Afrikanischer Markt

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft werden wir von den ersten Eindrücken fast erschlagen. Überall wimmelt es von Menschen. Alle wollen ihr Glück versuchen und ihre Ware verkaufen.

Einfach das Fenster vom Reisebus öffnen und leckere Bananen kaufen

Am Straßenrand

können Schuhe und Kleider gekauft werden. Gebrauchte Kleidung aus Europa, den USA und anderen Industrienationen. Ein großer Umschlagsplatz für Altkleider sozusagen. Von der Wohlstandsgesellschaft aussortiert. Zum „guten Zweck“ gespendet.

Kleidung, Schuhe, Rucksäcke – alles, was das Herz begehrt

Die schwüle Hitze, der Staub und die hektische Fahrweise der Fahrräder, Motorräder, Rikschas, Autos, und kleinen Lastwägen, die in der über drei Millionen Einwohnerstadt unterwegs sind, rauben uns fast den Atem.

Am nächsten Tag besuchen wir unser erstes Projekt: Das (Aids-) Waisenprojekt in Dar es Salaam. „Wazungu!“ – die Weißen sind da. Wir werden herzlich begrüßt. Was uns gleich auffällt, ist, mit welcher Freude und Wärme wir hier empfangen werden.

Patenkinder in Dar es Salaam
In Tansania können die wenigsten Menschen schwimmen

Anschließend machen wir einen kurzen Ausflug zum Indischen Ozean.

Unsere Reise geht weiter.

 

Wir fahren

vom warmen Dar es Salaam ins Hochland des Landes.

Überall sehen wir Menschen. Es scheint das halbe Land unterwegs zu sein. Sie gehen am Straßenrand, von einer Ortschaft zur nächsten. Die Frauen tragen ihre Kinder auf dem Rücken oder Lebensmittel und Brennholz auf dem Kopf.

Frauen und Kinder unterwegs
Buntes Markttreiben
Typisches Landschaftsbild
Sonnenuntergang „made in Africa“
Sonnenuntergang „made in Africa“

Nach langer Überlandfahrt: Ein Dorf. Geschäftiges Markttreiben. Viele Menschen auf einem Fleck. Wir verlassen die Ortschaft. Fahren weiter ins Hinterland – und genießen die Landschaft.

In Mbeya

besuchen wir das Vocational Training Centre – das Berufsschulzentrum samt Handwerkerschule. ElektrikerInnen, Kfz-MechanikerInnen, SekretärInnen, SchneiderInnen und SchreinerInnen werden hier ausgebildet. Nach der Ausbildung erhalten z. B. die Absolventen des gewerblichen Bereichs einen Werkzeugkoffer und die SchneiderInnen eine Nähmaschine. Damit können sie Aufträge annehmen und sich auf der Suche nach Anstellung für die erste Zeit über Wasser halten.

Unterricht am Computer in Mbeya
Ausgemusterte Kleinbusse aus Fernost prägen das Bild des Straßenverkehrs

Auch eine Radiostation gibt es im benachbarten Haus. Über das Radio werden viele Nachrichten bekannt gegeben. Zum Beispiel die Nachricht über Verstorbene. Sendungen speziell für Frauen und Kinder oder zum Thema Gesundheit und Glaube sind sehr stark verbreitet.

Zwei der Frauen aus der Selbsthilfegruppe in Rungwe

Die nächste Station

ist Rungwe. Wir besuchen das Frauenzentrum samt Selbsthilfegruppe für HIV-Aids-Infizierte. Vor allem Frauen haben es schwer. Ihnen wird oft die Möglichkeit auf Bildung untersagt. „Pamoja Tunaweza“ – Gemeinsam schaffen wir es. Dieser Slogan steht für die Frauenarbeit. Einige der Frauen stellen Nähprodukte her. Sie tragen zum Einkommen der Familie bei und bekommen Lob und Anerkennung für ihre Arbeit.

Für kurze Zeit teilen wir uns in Kleingruppen auf. Wir wollen einige Projekte noch näher kennen lernen. Meine Gruppe fährt nach Mbozi.

Frauen und Männer sind strikt getrennt untergebracht

Eine holprige Strecke führt uns – für unsere Begriffe – tief in den Busch. Eine Krankenpflegeschule ist ebenfalls vorhanden. Sofort fällt uns die Wärme auf, die an diesem Ort herrscht. Die Frauen kümmern sich rührend um ihre Angehörigen.

Weiter geht’s nach Malawi.

Am Abend erreichen wir den Malawisee bei gefühlten 30 Grad. Eine Kinderschaar am Strand begrüßt uns sehr herzlich.
Die Frauenarbeit vor Ort läuft langsam an. Wir haben Unterstützung von der Frauengruppe aus Tansania dabei. Sie schlagen den Frauen der Gemeinde vor, nach Tansania zu kommen, um die Frauenarbeit dort näher kennen zu lernen. Voller Freude willigen sie ein. Bisher halten sie sich mit Schweinezuchtprojekten oder der Herstellung von Körben, Matten und Nahrungsmitteln über Wasser.

Kinder in Malawi
Alles wie im Paradies?
Kinder bei der morgendlichen Pflege
Begrüßung der malawischen Frauen

TIA

- This is Africa. Unser Reisebus ist im Graben versunken. Mit vereinten Kräften schaffen wir es, aus dieser „misslichen“ Lage zu entkommen und unsere Reise fortzusetzen.

Wir fahren zurück nach Tansania. Eine Safari führt uns die atemberaubende Tierwelt und Landschaft vor Augen. Im Jeep mit offenem Verdeck geht es in den Mikumi Nationalpark.

Nah dran: Der König der Tiere beim Mittagsschlaf
Wir werden beobachtet
Jung und neugierig!
Vorsichtig: Die Elefanten haben Nachwuchs!
Liegt Gefahr in der Luft?
Liegt Gefahr in der Luft?
Reisebus in Not
Patenkinder aus Sumbawanga
Nicht alles ist trist und traurig – solange es einen Tischkicker gibt
Wer erkennt die zwei wazungu-Frauen?
 

Völlig fasziniert

und abgelenkt scheinen wir fast zu vergessen, dass auf unserem Reiseplan noch zwei weitere Punkte stehen. Wir fahren in die Rukwa-Provinz, nördlich der sambischen Grenze, um unsere Patenkinder in Sumbawanga zu besuchen. Es sind Jugendliche, die aus einem benachteiligten Umfeld stammen. Sie alle besuchen die African Rainbow Secondary School.

Viele wollen studieren, wollen LehrerIn, Arzt / Ärztin werden. Wir möchten sie dabei unterstützen. Der Besuch eines Kinderheims steht ebenfalls auf dem Programm.

Es folgt ein Workshop. Er soll den Menschen vor Ort unsere Sicht des Fundraisings näher bringen und ihnen veranschaulichen, was sie bei der Einreichung von Projekten beachten müssen. Es kommen Lehrer, Pfarrer, Schüler und Gemeindemitarbeiter.

Die letzte Station führt uns nach Sansibar. Dort hat der Kindergarten der Herrnhuter eröffnet. Eine große Mauer umgibt das Gelände. Die Kinder sollen vor Übergriffen geschützt werden. Die Situation zwischen Muslimen und Christen ist nicht immer einfach.

In Sansibar wurden früher Sklaven zum weiteren Transport in alle Welt untergebracht.

Sklavendenkmal
Kindergarten der Herrnhuter auf Sansibar

Sansibar ist für seine Gewürze bekannt.

Zimt, Koriander, Chili, Curry und vor allem Nelken verschafften dem als Gewürz-Insel bekannten Eiland seinen Namen.

Muskatnuss
Traumstrände und bittere Armut – der erste (paradiesische) Eindruck täuscht
Traditionelle Tanzaufführung für die Gäste
Wanawake bedeutet Frauen auf Swahili
Ausgabe von Büchern

Zurück in Dar es Salaam,

Wir haben viel gesehen, viel erlebt, konnten viel mitnehmen: Geschenke, Tänze, Essen, Freude, interkulturelle Begegnungen und andersartige, erfrischende und tanzreiche Gottesdienste.

Kraft und Ruhe – das strahlen viele AfrikanerInnen aus. Sie leben in einfachsten Verhältnissen. Sie kennen keine Hektik, keinen Ärger wie wir ihn kennen. Sie planen kurzfristiger und leben doch intensiver. Sie kämpfen. Um ihre Familie, ihre Gesundheit, darum, eine Chance zu bekommen. Auf dem Arbeitsmarkt und vom Rest der Welt. Wir denken an die starken Frauen – wanawake. Sie schuften auf den Feldern, hüten ihre Kinder, tragen zum Einkommen der Familien bei.

Wir denken auch an die Kinder. Sie wollen lernen, der Armut entkommen, freuen sich auf die Schule, würden oft alles dafür tun, sie besuchen zu dürfen.

Wir denken an all die Erlebnisse in Tansania, Malawi und Sansibar.

An starke Länder. An starke und stolze Menschen.

Wir denken an die Zukunft von Afrika.

 

Schulkinder in Tansania